Karl Zimmermann

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1910    † 1942

 

Lebenslauf

Karl Zimmermann wurde am 3.11.1910 in Pontafel (Italien) geboren. Er war Eisenbahner in St. Veit/Glan.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Karl Zimmermann wurde am 13. 9. 1941 verhaftet und am 25. 4. 1942 vom Reichskriegsgericht in Klagenfurt gemeinsam mit Ludwig Höfernig, Maximilian Zitter, Andreas Waste, Johann König, Richard Götzinger, Peter Schlömmer, Josef Straubinger, Michael Essmann und Josef Kuchler (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 30.6.1942 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte hat vom Juni 1940 bis Juni 1941 monatlich 1. – RM für die ’Rote Hilfe‘ an den kommunistischen Hilfsarbeiter Macher gezahlt. Er wusste, dass das verboten war. Zimmermann ist ferner überführt, im Juli 1941 in der Wohnung des Höfernig zusammen mit diesem und Kuchler einen Auslandssender abgehört zu haben, der englische Kriegsberichte brachte, und sich mit Höfinger und Kuchler über das Gehörte unterhalten zu haben. (…) Er stellt dies, ebenso wie Höfernig, nunmehr in Abrede. Der Senat glaubt auch ihm nicht. Denn von den wiederholten und gleich bleibenden Aussagen Kuchlers in Vorverfahren abgesehen, hat auch Zimmermann in zwei eigenen früheren Vernehmungen, darunter in einer solchen vor dem Ermittlungsrichter, gestanden. Auch sein nunmehriges Leugnen vor Gericht ist nur alte und bekannte kommunistische Taktik.“

Brief vom 9. 5. 1942 an seine Frau Olga

„Teile Dir mit, dass ich am Dienstag von Klagenfurt nach Wien überstellt wurde. Das ging so überraschend, dass [es] niemand wusste; um ½ 9 h fuhren wir mit einem Omnibus in Klagenfurt weg und um 16 Uhr waren wir in Wien. Die Fahrt war ganz schön, noch einmal hatte ich Glück durch meine Heimatstadt zu fahren, zu sehen bekam ich niemand. Liebe Olga, ich habe dir gesagt, am Mittwoch, wir sehen uns nimmer in Klagenfurt, und so kam es.“

Gedenktafel, Denkmal

Sein Name steht auf der am 30. 6. 1946 enthüllten Gedenktafel am Bahnhof in St. Veit, ebenso am Denkmal am Friedhof in St. Veit/Glan.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab am Friedhof St. Veit/Glan

Ursprünglich Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 37-46-19. Im April  1947 exhumiert und kremiert. Im Mai 1947 am Friedhof in St. Veit/Glan beigesetzt.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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